Einmal Casino und zurück oder auch: Chinesische Investoren

Goldenes Dreieck, Tonpheung District, 17.10.2015

Myanmar, Thailand und Laos
Myanmar, Thailand und Laos
Tonpheung District
Tonpheung District

Ein Ausflug mit unserem Mentor, dem Vizeboss der LYU in Bokeo, führt uns zum Goldenen Dreieck im Tonpheung District, eines der Provinzen in Bokeo. Nach etwa einstündiger holpriger Autofahrt erreichen wir den Mekong und schauen über den Mekong hinweg auf Myanmar und auf Thailand. Ich wusste nicht wie nah sich tatsächlich die Grenze von Myanmar befindet. Anschließend besuchen wir gemeinsam ein Casino, das von chinesischen Investoren errichtet wurde. Das Casino ist beängstigend gigantisch! Beängstigend deshalb weil sich drumherum nur Dörfer aus Holz- und Wellblechhütten befinden und sich das Casino im kopierten griechischen Baustil so gar nicht in die Landschaft einpflegt. Die laotische Regierung verbietet es den Laoten im Casino zu spielen, deshalb schauen wir auch nur zu. Das Casino ist voll von chinesischen und thailändischen wohlhabenden Touristen, die hier ihr Glück versuchen. Wir fühlen uns hier ein wenig unangenehm und freuen uns, als wir das Casino schließlich verlassen. Neben dem Casino befindet sich ein „Zoo“, der von den Investoren ebenfalls zur Attraktion aufgebaut wurde, den Namen „Zoo“ allerdings nicht im Geringsten nahekommt. Ich bin schon allgemein kein Freund von Zoos aber etwas Derartiges habe ich noch nicht gesehen. Bären, Affen und Rehe werden hier unter den unwürdigsten Lebensbedingungen in kleinen Zellen gehalten. Fast alle Tiere zeigen erhebliche Verhaltensauffälligkeiten. Außerdem sind viele Tiere der prallen Sonne ausgesetzt. Anscheinend wurden die Tiere in China gefangen und hier als Attraktion für die Touristen des Casinos gefangen gehalten. Ein trauriger Anblick.

Anblick eines chinesichen Casinos
Anblick eines chinesichen Casinos

Nicht weit von dem Casino entfernt befindet sich der Markt des Goldenen Dreiecks. Hier werden so ziemlich alle gefälschten Waren aus China und Thailand zu Spottpreisen verkauft. Ich hatte gehofft, ich würde hier wirkliche Handicraft aus den verschiedenen Ländern des Goldenen Dreieck finden, aber anscheinend wurden diese mit der Zeit durch massenproduzierte Billigwaren aus China ersetzt.

Zum Ende des Tages besuchen wir noch das Dorf eines Kollegen von der LYU. Für mich noch das Highlight unseres Ausfluges. Seine Eltern und seine Schwester wohnen ebenfalls im Tonpheung District. Hier gibt es keine asphaltierten Straßen mehr. Wir fahren eine sehr holprige Straße entlang durch eine Menge Bananenplantagen, die auch alle von den chinesischen Investoren angelegt wurden, um Bananen nach China zu importieren. Das Dorf ist sehr schön, viele Holzhütten umgeben von viel Natur. Charly und ich werden als falangs ziemlich angestarrt, aber das macht uns nicht mehr viel aus. Wir nutzen die Zeit um uns ein bisschen mit dem Arbeitskollegen zu unterhalten. Er findet das Leben in seinem Dorf schöner und ruhiger. Er arbeitet im Office in Huay Xai und wohnt deshalb auch dort mit seinem Onkel. Trotzdem hat er vor in der Zukunft wieder in sein Dorf umzuziehen und für den Tonpheung District zu arbeiten. Die Straßen dort kann er aber gar nicht leiden und hofft, dass es bald auch hier bald asphaltierte Straßen geben wird. Es wird langsam dunkel und wir machen uns alle erschöpft auf den Heimweg.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s