Teacher, teacher – are you home? Schulgeschichten und Alltagsleben in Bokeo

Unsere Schule in Huay Xai
Unsere Schule in Huay Xai

Huay Xai, 25.09.2015

So langsam sind Charly und ich in Huay Xai angekommen. Die Kollegen von der LYU holen uns jeden Arbeitstag einigermaßen pünktlich (mit laotischer Verspätung) von Zuhause ab und kommen dabei jedes Mal in unsere Wohnung gestiefelt. Von Anklopfen haben die noch nichts gehört.. Deshalb schließen wir unsere Tür jetzt immer ab :p Laotische Konsequenz: Sie drücken sich die Nasen platt an unseren verdunkelten Fensterscheiben. Überhaupt bekommen wir in letzter Zeit gerne mal so Besuch. Gestern kam unser Schüler einfach mal so vor dem Unterricht in unsere Wohnung und machte es sich neben uns auf unserer Bambusmatte bequem. Laotische Zurückhaltung Fehlanzeige. Ansonsten macht das Unterrichten weiterhin großen Spaß. Mit unserer fortgeschrittenen Klasse am Abend singen wir nun sogar regelmäßig. Zuletzt haben sie sich „Just the way you are“ von Bruno Mars gewünscht. Unsere laotischen Schüler haben ein Faible für englische Lovesongs. Deshalb haben wir sie anschließend einen Liebesbrief mit Hilfe der Songtextvorlage schreiben lassen. Das hat super gut geklappt! Keiner fand es peinlich oder hat sich geziert. Herausgekommen sind super schöne Briefe an die Ehefrau, Vater, Mutter oder Freundin. Manche Briefe waren richtig romantisch! Charly und ich haben ganz schön gestaunt und fanden das Korrigieren der Briefe beinahe zu persönlich. Beim Abendessen an den Streetfood Ständen haben wir ein paar unserer Schüler wiedergetroffen. Dadurch, dass Huay Xai relativ klein ist, stößt man immer wieder auf bekannte Gesichter. So fühlen wir uns richtig Zuhause.

„secret“ message an unserer Schule
rechtes Bild lao angemessen, links falang (westlich) angemessen
rechtes Bild lao angemessen, links falang (westlich) angemessen
...

Letztes Wochenende habe ich Kinder in einem Dorf unterrichtet. Sie gehören dem Khmu Tribe an. Mj hat mich in sein Dorf nach Nam Toy gefahren, damit ich sehe wie so ein Dorf im Gegensatz zu Huay Xai aussieht. Genau so habe ich mir Weltwärts eigentlich vorgestellt. Der Unterrichet findet nicht in einem schicken Klassenraum der LYU statt, sondern unter einem Bambusdach. Tische und Stühle waren nicht vorhanden. Die Kinder saßen auf dem Boden oder auf Holzbalken. Alle Kinder waren enorm wissbegierig und aktiv im Unterricht. Besonders die Kinder, die sich etwas besser auf Englisch ausdrücken konnten. Alle Schüler kommen freiwillig zum Unterricht, sogar einige neue Kinder waren dabei. Deshalb haben alle einen unterschiedlichen Wissenstand. Mj unterrichtet sie seit zwei Jahren in Englisch und bringt immer wieder Ausländer in die Klasse, damit die Kinder eine bessere Aussprache lernen. Mich hat das Erlebnis ziemlich beeindruckt. Das wird nicht die Einzige Unterrichtsstunde gewesen sein, die ich dort unterrichtet habe. Ich werde definitiv noch öfters kommen, um die Kinder zu unterrichten.

Unterricht in einem Dorf
Unterricht in einem Dorf

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