Endlich angekommen in Huay Xai

Luang Prabang/Huay Xai

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Morgens um halb 5 Uhr werde ich geweckt. Ich bin todmüde, packe meine Sachen zusammen und stiefel nach draußen. Es ist noch leicht dunkel, aber so langsam geht die Sonne auf. Erst jetzt bemerke ich, dass wir einen platten Reifen am Minibus haben. Bei den vielen Schlaglöchern und Steinen auf der Straße eigentlich kein Wunder.. Der Reifen muss erst mal gewechselt werden, bevor es losgeht. Insgeheim ärgere ich mich, dass ich warten muss anstelle zu schlafen. Ich schaue mir den Reifenwechsel trotzdem genau an, wer weiß ob das in diesem Jahr noch wichtig für mich sein kann. Als es dann losgeht bereue ich es nicht, so früh aufgestanden zu sein. Auf einmal bin ich hellwach. Die Sonne geht gerade auf und taucht die Berglandschaft in wunderschönes Licht. Ich habe das Gefühl, dass alles sogar noch schöner aussieht als gestern. Auch wenn ich mich kaum bremsen kann und fleißig Fotos schieße, kann ich das Bild trotzdem nicht richtig einfangen. So ist das leider mit Fotos. Schon alleine wegen des Gefühls muss man dort gewesen sein. Plötzlich müssen wir auf dem Weg halten. An einem Abhang gibt es Bauarbeiten, deswegen heißt es jetzt erst mal warten. Ich nutze die Zeit zum Fotos schießen und laufe ein wenig herum. Schneller als gedacht geht es nach etwa 15 Minuten schon wieder weiter.

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Für das Frühstück halten wir unterwegs und es gibt wieder einmal Suppe! Yeah! Ich weiß nicht ob ich mich je daran gewöhnen kann..zumal ich immer ein schlechtes Gewissen habe, einmal weil ich die Hälfte übrig lasse (ich wette trotzdem darauf, dass der Rest wieder in den großen Topf Suppe landet) und andererseits natürlich, weil ich in Deutschland vegan lebe. Im Auto versuche ich zu schlafen soweit wie es die holprige Straße zulässt.

Wir machen halt in Udomxai und essen dort zu Mittag. Ich bin überrascht, dass es hier eine Menükarte gibt, die sogar auf Laotisch und Englisch ist. In der Stadt gibt es sehr viele chinesische Investoren und die bringen auch die Chinesen nach Udomxai. Die sprechen natürlich kein Laotisch, dementsprechend gibt es viele chinesische Restaurants und eben auch mehrsprachige Menükarten. Aus der Karte geht jedenfalls hervor, dass die vegetarischen Gerichte mit Austernsoße sind. Ich habs mir ja gedacht.. Ich bestelle mir noch einen schwarzen Eiskaffee. Das hätte ich lieber sein lassen sollen. Der ist wirklich schön kalt und scheinbar sogar vegan. Er könnte aber auch einfach diabetesfördernder Kaffee heißen. Der Kaffee ist derartig süß, dass ich ihn kaum trinken kann, selbst wenn darin alle Eiswürfel geschmolzen sind.

Wir müssen wieder los, während der Kaffee zurückbleibt. Wir erreichen schließlich Bokeo und dort die Stadt Huay Xai nach ganzen 12h Autofahrt! Ich bin eigentlich einfach nur durch, aber das Treffen steht mir noch bevor. Ohne mich frisch zu machen geht es in ein chinesisches Restaurant. Dort treffe ich den Boss der Lao Youth Union von Bokeo. Zu meiner Überraschung spricht niemand der Anwesenden ein Wort Englisch. Zum Glück sind noch die drei LYU Genossen aus Vientiane dabei und helfen bei der Übersetzung. Zum Essen gibt es nichts als Fleisch, man meint es wieder besonders gut mit mir. Zu allem Überfluss darf ich dagegen nicht mal was sagen, ich spreche ja mit der Partei. Meine Stimmung liegt im Keller. Ich frage mich wie ich alles organisieren soll, wenn mich niemand versteht. Später gesellt sich noch ein anderer Kollege der LYU dazu, der ein paar Worte Englisch spricht. Er gibt sich viel Mühe und ist sehr nett. Ich freue mich nach dem Essen schon auf mein Bett im Guesthouse. So langsam sind meine Nerven von der anstrengenden Reise erledigt. Noch bevor ich im Bett liege klopft es an meiner Tür. Ich werde zu einer kleinen Party am Mekong Fluss eingeladen. Sie würden sich sehr freuen wenn ich mitkomme. Da kann ich natürlich nicht nein sagen. Ich frage höflich, ob ich auch nur kurz bleiben kann. Das sei kein Problem. Ich bin froh, dass Bokchen dabei ist. Sie begleitet uns schon seit wir in Vientiane aufgebrochen sind. Sie erzählt mir, dass das eine kleine Party für ihren Freund in Bokeo ist. Sie sieht ihn sonst kaum und feiert praktisch seinen Geburtstag nach. Wir landen (natürlich) in einer Karaoke Bar direkt am Flussufer. Ich bin überrascht wie nah Thailand liegt. Es liegt nur ein paar hundert Meter entfernt. Es gibt an diesem Abend wieder reichlich Beerlao und es wird gesungen was das Zeug hält. Ich lasse mich sogar überreden mit Bockchen zusammen einen englischen Song zu singen, auch wenn ich den gar nicht kenne. Aber ist ja sowieso egal, denn in der Bar versteht mich ja keiner. Ich lerne dazu noch viele neue Vokabeln. Mot! Bedeutet so viel wie das Deutsche Auf ex!, während man bei kheung neung nur das halbe Glas leert und bei noi neung nur einen etwas größeren Schluck trinkt. Ich versuche mir in dieser Nacht besonders die letzte Vokabel zu merken damit ich es schnell vor allen anderen sagen kann, sodass ich nicht so viel trinken muss. Um zu Überleben muss man also wirklich sehr schnell Laotisch lernen. Zum Glück trinken die Laoten ihr Bier mit vielen Eiswürfeln, was das 5% Bier noch weiter streckt. Da ist man aus Deutschland mehr gewohnt und kann kaum betrunken werden. So stellt sich der erste Abend doch noch als ein netter erster Abend in meinem neuen Wohnort heraus.

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